Was ist der Unterschied zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug?

Andere Länder andere Sitten. Das gilt auch für das Steuerrecht und schlägt sich hier vor allem in Begrifflichkeiten und Straftatbeständen nieder, die es in Deutschland nicht gibt.

So ist es auch mit dem Steuerbetrug. Die deutsche Abgabenordnung und das deutsche Strafgesetzbuch kennen als Steuerstraftat nur die Steuerhinterziehung, der Tatbestand „Steuerbetrug“ kommt in beiden Gesetzestexten nicht vor. Anders ist das in der Schweiz.

Dort bezeichnet der Artikel 272 des Steuergesetzes den Steuerbetrug als eine strafbare Handlung, in deren Verlauf gefälschte oder anders manipulierte bzw. inhaltlich falsche Urkunden zum Zweck der Steuerhinterziehung eingesetzt werden. Diese Urkunden können zum Beispiel Lohnabrechnungen, Bilanzaufstellungen oder Geschäftsbücher sein. Der Begriff „Steuerbetrug“ beinhaltet nach Schweizer Recht ausdrücklich eine Täuschungsabsicht, das heißt, die betreffenden Unterlagen werden nicht irrtümlich oder fahrlässig, sondern gezielt zur Durchführung einer Steuerstraftat verwendet.

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